SELBST PFLANZEN
Beim Kauf einer Pflanze sollten Sie unbedingt auf die Bambusart achten. Unterschieden wird zwischen den Bambustypen Clump und Runner. Letztere wachsen – wie der Name bereits impliziert – als würden Sie um die Wette laufen, Hindernissen zum Trotz. Sie durchstoßen das Wurzelwerk anderer Pflanzen ebenso leicht wie hölzerne Eingrenzungen, Bruchsteinmauerwerk oder Teichfolien. Solche Bambusarten benötigen einen Platz, wo man sie leicht „in Schach“ halten kann, z.B. durch Rhizomsperren aus Kunststoff oder Beton oder durch das Abstechen der unterirdischen Ausläufer.
Bei der horstig wachsenden Bambusart (Clump) entfallen Probleme dieser Art. Sie sind sozusagen standorttreu.
Alles über Bambus
Raschelnder Bambus bringt ein wenig exotische Atmosphäre in heimische Gärten und dient als Blickfang und Blickschutz gleichermaßen. Der Bambus stammt ursprünglich aus den subtropischen Gebieten Asiens. Dort findet er, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60-80 Prozent, optimale Wachstumsvoraussetzungen. Da Bambus über seine große Masse an Blättern viel Wasser verdunstet, wird trockene Luft von den meisten Bambusarten nicht sehr gut vertragen. Das Besprengen mit Wasser an heißen Sonnentagen, kann über den ganzen Tag vorgenommen werden. Bei Bambuspflanzen, die innerhalb von Räumen stehen ist auf hochwertiges Pflanzsubstrat, ausreichenden Wurzelraum und entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit zu achten.
Kälte und Hitzeverträglichkeit
Abgesehen von den tropischen Sorten, vertragen viele Bambuspflanzen niedrigere Temperaturen recht gut, einige vertragen sogar Temperaturen von bis zu -25 C. Langanhaltender und starker Bodenfrost gefährdet den Bambus, da das gefrorene Wasser im Boden durch die Wurzeln nicht mehr aufgenommen werden kann, vertrocknet er. Man sollte daher einen vor Wind geschützten Standort wählen und frühzeitig im Herbst eine etwa 30 cm Blätter- und Mulchschicht auftragen, um den Wurzelbereich vor Frost zu schützen. Bei Bambus weisen schachbrettartige Blattnerven (Tesselation) auf Frosthärte hin. Kälteresistente Sorten sind z.B. Phyllostachys, Chusquea, Sasa und Indokalamus Tessellatus. Eine geschlossene Schneedecke am Boden unter der Pflanze und auf Ihren Blättern bildet einen thermischen Puffer, der die Pflanze vor starkem Frost schützt. Große Sommerhitze beschleunigt das Wachstum vieler Bambussorten, kleine und mittelgroße Bambussorten, wie z.B. Fargesia, Chusquea oder Sasa, vertragen hohe Temperaturen hingegen nicht sehr gut.
Der Boden
Der Pflanzboden sollte humusreich, locker und durchlässig wie ein Waldboden sein. Weiterhin sollte der Boden sauer sein und idealerweise einen PH Wert von unter 6 aufweisen. Um den Säuregehalt im Boden zu erhöhen, können Sie Torf oder Bambuserde zugeben. Ab einem PH Wert von 7, ist die Nährstoffaufnahme der Bambuswurzeln eingeschränkt und ab einem PH Wert von 8 ist der Bambus sogar vom Absterben bedroht. Es sollten sich keine Stauschichten unter dem Wurzelballen bilden. Wenn sie in geringer Tiefe eine wasserundurchlässige Schicht vorfinden, sollten Sie diese mehrmals durchbohren, um so für einen guten Wasserabfluss zu sorgen. Bei zu stark bindenden Böden, können sie Sand und Torf einarbeiten.
Pflanzung
Nehmen Sie den Bambus sorgsam aus dem Topf, und stellen Sie ihn in ein gefülltes Wassergefäß, damit der Wurzelballen gut durchfeuchtet wird. Lockern Sie den Boden auf und sorgen Sie , wenn nötig, für eine entsprechende Zusammensetzung der Bodenverhältnisse. Um diese zu optimieren, eignen sich Stickstoffhaltige Düngemittel oder auch Depot-Bambusdünger sehr gut. Graben Sie nun ein Pflanzloch, das doppelt so breit ist wie der Wurzelballen und nach unten etwa ein Viertel der Ballenhöhe tief ist. Pflanzen Sie den Bambus in das Loch ein und achten Sie darauf, dass Sie den Bambus nicht zu tief einpflanzen, so dass die Oberkante des Wurzelballens mit dem Boden abschließt. Errichten Sie einen kleinen Erdwall rund um das geschlossene Pflanzloch, damit das Wasser nicht wegfließen kann und gießen Sie großzügig mit Wasser auf, damit sich die Erde setzen kann. Anschließend können Sie noch eine Mulchschicht auftragen, diese bewahrt die Feuchtigkeit im Boden. Nehmen Sie dafür Pinienrinde, Kies oder auch Mulch. Sie können den Bambus auch mit geeigneten Stauden unterpflanzen, z.B.Carax sid.
Sonne und Schatten
Die meisten Bambussorten können sich auch ungünstigen Verhältnissen anpassen. Je größer die Blätter einer Bambusart ausgeprägt sind, desto mehr Schutz benötigt der Bambus vor direkter Sonneneinstrahlung, vor allem im Winter. Bei feuchten Böden wird die Sonneneinstrahlung allgemein besser vertragen. Die Phyllostachisarten, die an schattigen Plätzen stehen, wachsen auf der Suche nach Licht schneller.
Pflanzzeit
Die beste Pflanzzeit ist Anfang Frühjahr bis Mitte Juni. Containerpflanzen auch bis in den Herbst. Horst¬bildende Fargesia sind problemlos auch bis zum Herbst pflanzbar.
Vermehrung
Rhizombildende Bambusarten vermehrt man, indem man von Februar bis März vorsichtig Rhizomstücke mit mindestens drei Knoten entfernt und in die Erde einbringt. Man setzt die Rhizome mit nach oben zeigenden Augen in die Erde und gibt eine etwa 10 cm Schicht abgelagerten Kompost darüber. Dann muss regelmäßig gegossen werden, um ein feuchtes Milieu zu halten. Horstbildende Arten lassen sich im zeitigen Frühjahr durch die Teilung der Horste mit dem Spaten oder einer scharfen Klinge vermehren.
Ausbreitung
Einige Riesenbambusarten können bei optimalen Bedingungen, nach fünf Jahren bereits 10-30 m² bedecken, nach 10 Jahren bereits 100 bis 150 m² sein. Hortbildende Bambusarten breiten sich im Vergleich nur langsam aus.
Wurzelsperre
Es gibt einfache Möglichkeiten den Bambus an der unkontrollierten Ausbreitung zu hindern: Wurzelsperren aus Spezialfolien, starke Fasernetz, bedingt Beton, Glasfaser-Kunststoffwannen, ein ca. 50 cm tiefer und 50 cm breiter V- förmig verlaufenden Graben, Metallringe.
Wässern
Bambus verlangt über das ganze Jahr regelmäßige und reichliche Wassergabe. Im Sommer kann bei mehreren zu pflegenden Pflanzen die Verwendung eines Pearlregners oder Tropfenbewässerungssystems sinnvoll sein.
Bambus wieder entfernen
Man sollte ihn allmählich erschöpfen. Hierzu entfernen Sie einfach über längere Zeit die Halme und Triebe der Bambuspflanzen, um so die Energieversorgung zu unterbrechen, was das Absterben zur Folge hat. Das abgestorbene Wurzelsystem lässt sich so im Anschluss wesentlich leichter entfernen. Es gibt auch chemische Mittel die einen Bambus absterben lassen.
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